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Anja Knaub auf Platz 10 bei der Transschwarzwald!

Montag, 26. September 2011

Ein Bericht von Anja Knaub:

Anja vorne weg

Die Aufregung  vor dem Start zu meinem ersten richtigen Etappenrennen war groß und so machten sich Judith, die mir als Betreuerin zur Seite stand, und ich auf den Weg nach Pforzheim zum Start der Trans Schwarzwald.
5 Etappen über 9500 HM und 420 km standen auf dem Programm. Die Wetterprognose für die Woche war gut und so sollte einem guten Ergebnis auch nichts mehr im Weg stehen.

Schon bei der Akkreditierung war klar, dass sich unter den 575 StarterInnen nur sehr gute und gute FahrerInnen befanden. Dies bestätigte sich auch gleich auf der 1. Etappe. Aus Startblock E (ganz hinten und ohne Blockzeitnahme L) ging es auf die Reise und es wurde vom ersten Kilometer weg ein schnelles Tempo angeschlagen. Ich hatte mir fest vorgenommen nicht schon am 1. Tag zu überziehen und deshalb hielt ich mich (zumindest am Anfang) an meine

Anja bei einer Zieldurchfahrt

Vorgabe. Das sehr wellige Profil und den an jedem Tag herrschenden starken Gegenwind, machten es unmöglich ein eigenes Tempo zu fahren. Ohne Gruppe war man auf verlorenen Posten, verlor viel Zeit und deshalb musste ich mich dem Tempo der anderen unterordnen.  Am Ende der Etappe konnte ich noch zulegen und 2 Fahrerinnen überholen. So landete ich auf einen tollen 10. Gesamtplatz und in meiner Altersklasse auf Platz 5.

Nach einer sehr schlecht geschlafenen Nacht, stand am 2. Tag eine „Trail-Etappe“ an. Das konnte ja heiter werden.  Mit großem Respekt ging es in den Startblock B, dahin hatte ich mich nämlich vorgearbeitet. In prominenter Gesellschaft ging es mit einem Höllentempo los und schon von Beginn an jagte ein Trail den anderen. Durch das gute Wetter waren diese alle für mich sehr gut fahrbar. Sogar die letzte lange Abfahrt,

auf einem der Trails

die im freien Fall nach unten führte, wurde (auch dank der einfahrbaren Sattelstütze) gut bewältigt. Der Bikepark  am Ende hätte dann zwar nicht mehr sein müssen, aber irgendwie hatte ich es dann doch geschafft und hatte meine Platzierung vom Vortag bestätigt.
Sämtliches Fahrtechniktraining bei Andrea hatte sich gelohnt um diesen Tag zu überstehen!

Nachdem ich die ersten beiden Etappen in absolutem Renntempo bestritten hatte, war die Devise für den 3. Tag, etwas raus zu nehmen. Nachdem die Nacht besser war, war der Schreck jedoch am Morgen sehr groß, denn aus dem Radkeller des Hotels waren 15 Bikes geklaut worden. Wie gut, dass ich meines immer mit auf dem Zimmer hatte. Beim Warmfahren waren die Beine richtig schlecht und da tat es gut zu hören,  dass so tolle Fahrerinnen wie Sandra Kloses auch jammerten.

Das Finisher-Glas!

Beim ersten langen Anstieg jaulten die Beine auch ordentlich auf, aber nach der 1. Stunde hatte ich mich dann frei gefahren. Da auch an diesem Tag starker Wind herrschte,  war es wichtig nicht alleine zu fahren. In Sören fand ich jemanden, mit dem ich den 2. Teil der Strecke zusammen fuhr und dies war auch der Grund, weshalb ich wieder auf meiner Stammplatzierung landete.
Ganz neu war für mich die Erfahrung,  Frau gegen Frau zu fahren.
Immer  die Gesamtplatzierung im Auge zu haben und somit mit Fahrerinnen mitzugehen oder sie ziehen zu lassen. Obwohl es ganz schön stressig war, hat es aber auch voll Spaß gemacht!

Auf der 4. Etappe waren 117 km und 1800 Hm, mit 10 Anstiegen, zu bezwingen. Vor diesem Tag hatte ich den größten Respekt. Es wurde dann auch der Tag des Leidens und zwischendrin dachte ich, dass Ziel nie zu erreichen.
Kein Wunder denn ich bin viel zu schnell losgefahren und mit den 5 vor mir liegenden Fahrerinnen mitgerast. Mitte des Rennes war dann klar, dass ich das Tempo bei 35 Grad Hitze nicht halten konnte und so wurden die noch zu bestreitenden 60 km eine Qual. Das ständige bergauf und bergab. Da war es so schwer einen Rhythmus zu finden. Das „Säbelzahnprofil“ konnte auch ganz schön zermürben und ging sehr an die Substanz. Geschafft hatte ich es dann doch irgendwie und nach 10 Minuten im Nirvana ging es dann auch wieder. Zum Ausfahren hatte es dann an dem Tag nicht mehr gereicht, da unser Hotel vom Etappenort weiter weg war. Einfahren, ausfahren – als ob man noch nicht lange genug im Sattel sitzt ;-) . Die Massage war dann, wie jeden Tag ein Genuss und die Beine wieder einigermaßen hergestellt.

Judith und Anja, das moooove Transschwarzwald-Team

Ein Traum wurde wahr. Endlich eine Bergankunft. Das Profil sah auch so aus, als ob es mir liegen sollte und so motivierte ich mich noch einmal für die Schlussetappe. 63 km und 2000 Hm und das am 5. Tag machten sich dann aber doch in den Beinen bemerkbar und so war am 10 km langen Schlussanstieg nicht mehr viel Kraft übrig und ich von einer Bergankunft gar nicht mehr begeistert. Die letzten Kräfte mobilisiert kam ich dann als 9. am Feldberg an.  Um die Hände im Ziel hoch zu reißen, reichte die Kraft nicht mehr. Die Freude kam erst nach der Zieleinfahrt, als Judith mich in die Arme schloss und uns wir dann zu Sabine Stampf gingen, die im Ziel ebenfalls wartete. So standen im Ziel eine Transalperin und eine Trans Schwarzwälderin.

Ich bin unendlich stolz und Judith unendlich dankbar, denn ohne sie, wäre ich nie am Feldberg angekommen.

Auch ohne moooove- Team bei der TS am Start war die Unterstützung vom Team sehr groß. Die Aufmunterungen und guten Ratschlage von unseren moooovlern hatten mich sehr motiviert und amüsiert (vom einpacken des Regenponchos  bis dahin an Pia Sundstedt´s Hinterrad dran zu bleiben J).    Wir sind halt ein super Team. Danke!

So wurde ich Gesamt 10. und Altersklasse 5.

Damit bin ich vollkommen zufrieden. Zumal alle Fahrerinnen vor mir schon Rennen gewonnen hatten und mit Pia Sundstedt und Milena Landtwig zwei Top-Fahrerinnen am Start waren.

Schee und aufregend war´s!!!!