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6. Platz für Steffen Langer beim Malevil Cup

Montag, 20. Juni 2011

Der 3. Lauf der Marathon Man Europe Serie, im Tschechischen Jablonné v Podještědí war am letzten Samstag zu absolvieren.
Am Freitag ging’s bei strahlendem Sonnenschein in München los Richtung Zittauer Gebirge, im Osten von Sachsen.
Da ich den Marathon noch nicht gefahren bin war ich natürlich sehr gespannt auf die neue Erfahrung.

Nachdem ich am Abend in meiner Pension in Jonsdorf, noch auf deutscher Seite, angekommen war drehte ich noch eine kurze Vorbelastungsrunde. Leider schaffte ich es dann zeitlich nicht mehr noch zur Anmeldung rüber zu fahren, was sich am nächsten Tag rächen sollte.
Dieser fing mit strömendem Regen, der vorher schon die ganze Nacht gewütet hatte, an.
Nach dem Frühstück machte ich mich dann etwas vom Wetter demotiviert auf den 15 km langen Weg zum Rennen. Da Anmeldeort und Start nochmals ca. 6km voneinander entfernt waren und ich mich erst einmal in dem neuen Terrain orientieren musste reichte mein Zeitpolster von 45min nicht um noch rechtzeitig zum Start der Langdistanz (105km/2700Hm) zu kommen L, so entschied ich mich die Mitteldistanz (65km/1700Hm) zu fahren, die eine Stunde später starte.

Naja wenigstens hatte es inzwischen aufgehört zu schütten J!!! Nach dem Warmfahren ging‘s an den Start wo ich mich gleich ganz vorn positionierte.

Nach einer links-rechts Kurve und dem ersten kurzen Anstieg ging es in die erste schnelle Abfahrt, eine vom Regen völlig aufgeweichte Wiese, auf der die ca. 300 Starter der Langdistanz, tiefe schlammige Spurrinnen hinterließen, in denen man null traktion hatte.
Nachdem ich einem kurz vor mir gestürzten Fahrer gerade so links durch ein kleines Brennnesselfeld ausweichen konnte, wollte ich unbedingt den Kontakt zur Spitzengruppe wiederherstellen.

Dies wurde jedoch durch einen Sturz meinerseits unmöglich. In einer der besagten Schlammrinnen schob mein Vorderrad plötzlich einfach nach rechts weg und ich hatte keine Chance zu reagieren. Ich fiel auf meine linke Schulter, die ich mir 2 Wochen vorher bei einem Zusammenstoß mit einem Auto, dessen Fahrerin mich beim abbiegen übersah, geprellt hatte.
Diese Verletzung spürte ich jetzt wieder, fuhr aber in der Hoffnung weiter, dass sie mich nicht weiter behindern würde. Nachdem ich eine Zeitlang in der Verfolgergruppe fuhr musste ich an einem Anstieg reißen lassen und konnte die Lücke zu den 4 Fahrern allein auch nicht wieder schließen.

Außerdem machten sich jetzt auch Schlamm und Gras bemerkbar die sich in meinen Umwerfer und das Schaltwerk gesetzt hatten. Diese funktionierten nun nichtmehr so reibungslos wie ich es eigentlich gewohnt bin. Vorn hakte es beim schalten aufs kleine und große Blatt und hinten konnte ich nicht mehr aufs kleinste Ritzel schalten. Aber ich machte das Beste aus den wirklich sehr schwierigen Bedingungen und biss mich durch. Im weiteren Verlauf kam es dann zum ständigen Duell mit Silvio Hauschild von eleven/radon-Team und einem „alten Bekannten“ David Voll vom Team Mountain Heros, welches sich so abspielte, dass ich in den Abfahrten, die ich nach dem Sturz etwas Vorsichtiger fuhr immer etwas Boden verlor, den ich dann Bergauf wieder aufholte.

Nachdem ich jedoch 2 Berge zwecks des Schaltungspoblems auf dem mittleren Kettenblatt fahren musste, verlor ich dann den Anschluss, da dies ganzschön Körner gekostet hatte.
David überholte ich dann in der letzten Abfahrt nochmal, da dieser einen Platten hatte.
Kurz darauf verhakte sich jedoch meine Kette und nun musste ich kurz anhalten um das Problem zu beheben. Kurz darauf war David wieder dran und heizte auf seinem Racefully, das an diesem Tag wirklich Gold wert war an mir vorbei. Die Lücke konnte ich dann nicht mehr schließen und so kam ich dann als 12. Gesamt und 6. in meiner Altersklasse ins Ziel.

Trotz der widrigen Bedingungen hat es sich meiner Meinung nach gelohnt hierhin zu kommen, denn das Rennen bietet alles was richtiges Mountainbiken ausmacht, viele Singletrails, technisch Anspruchsvolle Abfahrten und zum Schluss noch richtig knackige Anstiege. Also für Aktion ist reichlich gesorgt. Auch von der Organisation her ist die Veranstaltung super. Einziges Manko war das ich 1,5 Stunden an der Bike-Waschanlage stand, die mit 3 Hochdruckreinigern etwas überfordert war.
Aber nach dem Rennen konnte mich nichts mehr aus der Bahn werfen.

Am Abend war dann noch grillen mit meinen Pensionsnachbarn Stefan Röder und Katja Hentschel welche auch mit im Frühjahrtrainingslager auf Mallorca war und meinem vorherigen Konkurrenten David Voll und dessen Freundin angesagt.

Alles in allem also wieder ein tolles erlebnisreiches Rennwochenende.