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Trainingslagertagebuch aus der Provence von Gisela Makowski

Montag, 25. April 2011

Trainingslager Provence 2011

Vom 16.-23. April 2011 findet das zweite moooove-Trainingslager des Jahres in Apt in der Provence statt. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf intensiven Kraftausdauereinheiten und Fahrtechniktraining, das sich auf den tollen Trails im Luberon bestens durchführen lässt. 15 Teilnehmer/innen, hauptsächlich aus dem moooove-RacvingTeam, machten sich am Samstag, den 16. April auf den Weg in die Provence.

Im folgenden findest du die Tagesberichte von Gisela Makowski:

23.April – Heimfahrt nach München

Ein letztes gemeinsames Frühstück und unsere MTB-Gourmetreise neigt sich dem Ende entgegen – ein wunderschönes Trainingslager in einem tollen, bestens harmonierenden Team – danke Andrea und jedem im Team! Es waren glückliche Tage (öhm, für Philipp nicht durchweg, aber das wird schon …)

Mont Ventoux-Strassenteam

22. April – letzter Trainingstag

Philipp immer noch außer Gefecht, wenn auch schon etwas besser aussehend, sieht uns mit Wehmut bei der Abfahrt zu: 9:13 Uhr und los geht es – mehrere Gruppen in Anfahrt auf den Mont Ventoux – auf Asphalt, über Schotter und Trail und sowohl als auch. Hinter der ersten Bergkette taucht er auf – diesmal schneefrei mit dem unverkennbaren und weithin sichtbaren metereologischen Observationsturm. Asphalt- und Schotter/Trail-Gruppe treffen wieder zusammen und fahren das letzte Stück zum Mont Ventoux gemeinsam. Nächster Treffpunkt ist das Restaurant auf halber Höhe – aber zuerst geht es auf den Gipfel des 1.912m hohen Berges. Oben weht ein frisches Lüfterl, aber wir

Trailteam mit Mont Ventoux

haben ja Tagesrucksäcke mit Glump und Zeug dabei, denn es gibt eine Regenwahrscheinlichkeit. Wir erreichen jedoch ungetrübt jenes Restaurant, das wir schon letztes Jahr als ausgezeichnete Creperie in Erinnerung behalten haben. Nutella-Crepe ist dieses Jahr der „Team-Crepe“. Das Wetter spielt mit und wir sitzen gemütlich auf der Terrasse. Schließlich wird es Zeit für die Rückfahrt – ein Teil der Gruppe fährt auf direktem Wege zurück und ein paar Hanswursten und -wurstinnen geben sich wieder alles und nehmen alle fahrbaren Trails auf dem Rückweg auch noch mit – Andrea, Claudia, Heike, Gisela, Martin, Patrick und Lukas wollen es wissen – und genießen den Trail vom Mont Ventoux hinunter. Was wir   letztes Jahr schon im Dunkeln gefahren sind, erreichen wir diesmal noch bei Tageslicht und können diesmal die schöne

auf dem Gipfel

Landschaft bewundern. Doch irgendwann geht eben die Sonne unter – Lukas und Martin stimmten dagegen lustige Liedchen an, bis wir schließlich doch die Lampen und Regenjacken auspacken mussten. Die letzte Stunde heimwärts ging leider bergab – bei Tage und Sonne wäre es eine herrliche Abfahrt gewesen – aber so froren wir doch sehr im kalten Fahrtwind bei Regen und waren als letzte Gruppe endlich wieder zurück zu sein. Wunderbarerweise wurden wir mit Chili und Nudeln empfangen – noch herzlichen Dank an die fleißigen Teamköche. Laut Garmin waren es ca. neun Stunden reine Fahrtzeit, 135km und knapp 3.500hm – Grund genug bald ins Bett zu fallen.

21. April – fünfter Trainingstag

Susi nach dem ersten Intervall

Philipps Gesicht ist noch arg geschwollen – an eine Mitfahrt ist nicht zu denken, Nasenbluten, das nicht aufhören will und Schmerzen. Für den Rest des Teams wieder ein Intervalltag – inzwischen kannten wir alle die Bergaufstrecke bestens – aber das hilft auch nichts, wenn Beine und/oder Lunge rebellieren. Kommentar Claudia: “Die Hälfte der Mannschaft hatte Asthma, die andere Hälfte Laktat-Koma.“  Wenigstens fehlten uns am Ende der Intervalle nur noch

nach dem Wildschwein-Supertrail!

wenige Höhenmeter, um unseren Trail des Tages zu erreichen. Wunderbar flowig ging es 11km bergab und schließlich endete der Trail über Treppenstufen direkt an einer mittelalterlichen Burg – pittoreske Kulisse für Teambilder. Die Patisserie, die wir beim letzten Mal leer gekauft hatten, war diesmal leider geschlossen, also blieb es beim Cafe au lait – vorerst, denn die Planung für das  Abendessen war längst beschlossen: Chili con carne – vom gestrigen Grillabend gab’s noch jede Menge Fleisch. Morgen geht’s zum Mont Ventoux – die längste Tour des Trainingslagers steht auf dem Programm.

20. April – vierter Trainingstag – Ruhetag

P.P. - Philipps Pechtag

P.P. – Philipps Pechtag: Bikepark …Es fing ganz harmlos an, mit netten Hütchenspielen und Akrobatik auf dem Radl, bei der wir uns alle mehr oder weniger erfolgreich mühten, während der Fahrt Dinge vom Boden aufzuklauben oder das verflixte Hinterrad in die Höhe zu bringen. Weiter ging’s über diverse kurvige Hindernisse, Holzbauten und Röhren zu den netten Bodenwellen – kleinere und größere, die man ausfahren oder zum Springen nutzen kann. Schließlich ging’s zum Gelände mit der „Carrera-Bahn“. Wie bei einer Achterbahn geht es vom höchsten Punkt über Schleifen, Wellen und Buckel bis in den Auslauf unten. Philipp hatte sichtlich Spaß, fühlte sich immer sicherer und startete kleine Verfolgungsrennen. Wir ahnen, was kommt … und wollen ja

Flugstunde

doch nie glauben, dass auch ein kleiner Fahrfehler, eine kleine Unkonzentriertheit bei hoher Geschwindigkeit grobe Folgen haben kann: Philipp nutzte den natürlichen Federweg seines Gesichtes – nahm dabei Kratzer auf der neuen Brille und Helm nicht ganz freiwillig in Kauf und schlug ordentlich auf … gleich zwei Ärzte im Team zu haben ist immer hilfreich – dennoch versetzte uns dieser Schock allen einen Dämpfer, wie kein Downhill-Fully haben könnte, von Philipp ganz zu schweigen, der erstmal eine ganze Weil in der horizontalen blieb, was nicht gerade zur Beruhigung aller Gemüter beitrug. Gottseidank nichts Ernstes (nur das halbe Gesicht ab) und weil es in ganz Apt keine Kühlbeutel gibt, wurde eben mit buntem Kinderspeiseeis in Tüten gekühlt … Nur wenige Stunden später fand Philipp selbständig den Weg zum

moooovler am Pool

Kühlschrank wieder – Paradedisziplin Essen – spätestens dann wussten wir: alles wird gut! Teamkollegen Peter hat er damit in Sachen Sturz in diesem Trainingslager leicht überflügelt – der schlug gestern aufm Trail mit den Rippen auf. Die B-Note fürs Flugverhalten können wir aufgrund des fehlenden Dokumentationsmaterials leider nicht erteilen. Der restliche Nachmittag verging dann auch wie im Flug: ungefähr 95% aller Fahrer und Fahrerinnen wählten bei der Gestaltung ihrer Freizeit „irgendwas mit MTB“ … diese Truppe ist komplett wahnsinnig: bei strahlendem Sonnenschein husch, husch in den Radladen irgendwelche Teile besorgen oder noch schlimmer: den Swimmingpool mit Liegestühlen zu dem ausschließlichen Zweck nutzen, um festzustellen, ob der tubeless Reifen noch Undichtigkeiten hat … diese moooovler sind nicht ganz dicht, aber Hauptsache ihre Reifen …

Trails, Trails, Trails

19. April – dritter Trainingstag

Eine lange Tour im Fettstoffwechselbereich stand heute auf dem Programm: je nach Gruppe waren alle Fahrer und Fahrerinnen zwischen fünf und sieben Stunden unterwegs,  mit Stopps und Pausen natürlich noch etwas länger auf Tour. Trails, Trails, Trails und die unvermeidlichen Berge um zu den Trails zu kommen. Manche davon so abgelegen, dass  wir sogar ein Schafsgerippe zu Gesicht bekamen. Es gab viel Gelegenheit Fahrtechnik zu üben und den „natürlichen Federweg der Arme und Beine zu nutzen“ (inklusive Bodenberührung).

Die Chefgriller...

So nach und nach trudelten im ersten Abendlicht alle wieder in unseren beiden Ferienhäusern ein ein; bis die letzten da waren, waren die ersten schon wieder fleißig am Salate machen und Grillfeuer mit Standpumpe entfachen – Grillabend für unsere große Tafelrunde.

18. April – zweiter Trainingstag

Belastungslaktat bei Claudia

Heute auf zu ersten Intervallen mit mobiler Laktatmessung – diesmal hat auch der Track auf den widerspenstigen Garmins bei allen funktioniert. Die Anfahrt

Intervalle sind geschafft, es geht auf zum Trail!

zu unserem „Intervallberg“ war zugleich Einrollen. Andrea erklärte das Procedere: extensives Fahren für die B-Team Fahrer, vier intensive Intervalle für die A-Team Fahrer – jeder in seinen Pulsbereichen. Vor dem Start noch Laktatmessung bei jedem und los: Die Sonne lachte, während wir uns den Berghinauf mühten. Oben wartete wieder Andrea und machte bei jedem Fahrer die Laktatmessung nach der Belastung und dann nochmal nach sieben Minuten lockerem Fahren. Das Genussfahren gab’s nach den Intervallen auf einem

Philipp im Flow!

schönen flowigen fast zehn Kilometer langem Trail. Auch wer sonst mit etwas gemischteren Gefühlen den Sattel runter macht, bevor es abwärts geht – war schlussendlich begeistert. Den Tag ließen wir bei einer großen homemade Nudelsession mit dreierlei Pastasaucen von unseren Drei-Sterne-Pastaköchen ausklingen – und schon wieder hat das Team vier Kilo Nudeln verdrückt.

17. April – erster Trainingstag

Heike auf einem Provence-Trail

Mit ein wenig Frühsport haben wir uns fit fürs Frühstück geturnt, bevor Claudias extra mitgebrachte Espressomaschine als einzige die erste Schwerstarbeit leisten musste –    mit zig Tassen Cappucino und Espresso am laufenden Band; ansonsten bog sich die Tafel unter hundert leckeren Sachen. Lockeres Einfahren für A- und B-Team war heute angesagt und so hatten wir alle Zeit, den Ausblick auf die wildromantische Provence mit blühenden Apfelbäumen und duftenden Fliedersträuchern zu genießen – den Blick auf die Pulsuhr gibt’s erst morgen beim ersten Intervalltraining …

Biketrail durch Sievergues

Und was sagte das Radlmaterial zu alldem? Gisela schrottet noch vor der Abfahrt eine Bremse und hat das Bremsöl auf dem Schuh, Martins Bremsscheiben und Schaltung wollen nach dem Radlcheck nicht mehr wir vordem, Christines Sattel bockt und und macht sich selbständig, Claudias Gabel geht die Luft aus und verschwindet in der Versenkung – also die üblichen Kleinigkeiten – Räder ohne Manieren halt, was will man auch von einem MTB anderes erwarten …

16. April 2011 – Anreise und Ankunft in Apt en Provence

München ließen wir in aller Frühe bei 4°C zügig hinter uns und fuhren und fuhren und fuhren, bei schönstem Wetter der Wärme und der Provence entgegen. Ankunft bei 20°C und blauem Himmel – da kann schon mal nichts schief gehen. Sechzehn Fahrer und Fahrerinnen, zwei Ferienhäuser, ca. 20 Räder und nach dem ersten Provianteinkauf drei riesige Einkaufswägen voll mit Lebensmitteln (Radler müssen viel essen).