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Trainingslager Lanzarote – ein Bericht von Claudia

Samstag, 12. März 2011

Hungrig auf Radstunden!

Der letzte Tag im Januar, das Thermometer zeigt -9°C in München und dieser Tag scheint mir mehr als geeignet um nach Lanzerote ins Radtrainingslager zu fahren. Immerhin sollen es dort knapp 20 °C sein und nichts ist verlockender als ein paar Trainingskilometer in kurzen Hosen im Winter zu absolvieren. Wir treffen uns am Flughafen und ich lerne endlich meine anderen Teamkollegen des moooove Teams kennen. Nach ein paar Minuten wuseln alle durcheinander und ich komme mir gar nicht mehr fremd und neu vor.

Kraft- und Koordinationstraining vor dem Frühstück

Nach der Landung und Sammeln unseres „kleinen“ Gepäcks holen uns Inge und Till ab, die Besitzer unserer Unterkunft, mit einem eigens für uns gemieteten Bus, nicht schlecht….Die Freundlichkeit unser „Herbergseltern“ wird neben den gemütlich eingerichteten Zimmern, eigentlich nur noch von dem sensationellen Frühstück übertroffen. Am ersten Morgen als ich dort sitze und sehe was sie alles aufgedeckt haben, schwöre ich mir, nie wieder Mallorca Pauschalurlaub mit Hotelfrühstück und meinem

Rennrad zu buchen. Aber habe ich nicht etwas vergessen, ach ja, wir sind ja nicht zum Spaß hier. Vor dem Frühstück, d.h. auch ohne Espresso, geht es erstmal ca. 1 h zum Kraft- oder Fahrtechniktraining, erst

Fahrtechniktraining

dann kommt die Belohnung, am meisten freue ich mich auf die erste Tasse Kaffee und natürlich Nutellabrot. Den Rest des Tages verbringen wir mit dem MTB auf wirklich ungewohntem Untergrund, ich sage nur Lavawüste mit Steinen jeglicher Größe, Nationalpark Lanzerote (wo wir wegen Fahrverbot fast verhaftet worden wären, man kann ja mal ein Schild übersehen…), in tiefem „Treibsand“ und es herrscht permanent starker Wind, selten von hinten wie ich finde. Manchmal sehen wir Triathleten beim Radtraining auf geteerten Straßen und ich frage mich öfter, wie ich früher nur so einen langweiligen Sport gut finden konnte. Abends überfallen wir

Lavatrail durch die Lavawüste

verschiedene landestypische Lokale, essen große Mengen an allem was die spanische Küche so her gibt. Damit wir uns tagsüber nicht verfahren, haben alle ein Garmin GPS Gerät am Rad, wo die Strecken des aktuellen Tages hinterlegt sind. Ganz „zufällig“ zeichnet der Coach Andrea damit auch unsere Leistungsdaten auf, die jeden Abend ausgewertet werden.

Überfahrt nach La Graciosa

Der schönste Tag war sicherlich das Überraschungstraining mit Bootsfahrt zur Nachbarinsel und anschliessendem nightride zurück nach El Inti. Susi und ich haben uns öfter an diesem Tag gefragt, was eine soooo lange Ausfahrt eigentlich für einen Sinn machen soll. Die Antworten waren vielfältig und reichten von: Andrea will unseren Willen brechen bis das mit der Diät hätte sie uns auch anders beibringen können….Das „Schlimme“ ist, wir würden das alle jederzeit wieder mitmachen. Ich habe in diesen Tagen einen Teamcoach kennen gelernt, bei dem selbst unsere wilden und sehr schnellen Jungs ganz zahm und folgsam waren. Ein gelungenes Fahrmanöver von ihr an einer eigentlich unfahrbaren Stelle und alle wurden doch merklich ruhig, ich inklusive. Autorität durch Fahrtechnik, sehr guter Trick um diesen Sack Flöhe zu hüten.

entspanntes Rollen auf Naturstrassen

Zu Hause angekommen muss ich beim Betrachten der Fotos immer ein wenig lächeln, denn trotz aller Trainingsstunden bleibt für mich das Gefühl bestehen, ich bin dieses Jahr in dem Team, in dem ich immer sein wollte. Ich wusste nur nicht, welchen Namen es tragen würde. Jetzt weiß ich es, es heißt moooove Racing Team.

Beitrag von Claudia Potratz