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Trans Germany 4. Etappe (oder: es war schon saumäßig brutal!)

Sonntag, 6. Juni 2010

moooove RacingTeam

4. Etappe von Sonthofen nach Bregenz

Als am Samstagmorgen die Wecker im Gästehaus „Inselperle“ in Vils klingelten, mochten die Fahrer des moooove-Racing Teams es kaum glauben: Der letzte Tag der Trans Germany 2010 stand bevor.

Die Sonne schien, was das Zeug hielt und die Motivation der Teilnehmer schien auch kurz vor der letzter Etappe immer noch auf dem Höhepunkt zu sein. Beste Vorraussetzungen für ein noch besseres Rennen.

Philipp Pangerl – Platz 55 – Zeit: 2h 36min
Und auch wieder einmal für Philipp Pangerl. An dem ersten Anstieg konnte er bei den Vordersten mithalten. Sechs Kilometer lang ging es den Riedbergpass steil nach oben. „Da war ich gut drauf.“

Wolfgang Fink – Platz 56 – Zeit: 2h 37min
Nachdem Wolfgang Fink die zwei vorherigen Etappen mehr als Trainingseinheiten, als Wettkampf absolviert hatte, plante er auch am Samstag nur „ganz gemütlich“ zu fahren. Doch Trainerin Andrea ließ ihm diese Vornahme nicht durchgehen und ordnete Wolfgang an, das Rennen als Wettkampf zu beenden. Also änderte er seine Pläne. „Wenn die Chefin sagt, ich soll Gas geben, dann geb’ ich Gas“. Letztendlich trat der 27-Jährige am vierten Tag doch noch einmal ordentlich in die Pedale. „ich war ausgeruht, das lief echt super“.

Stefan Kast – Platz 80 – Zeit: 2h 39min
Stefan Kast konnte die Strecke richtig genießen und fuhr ein gutes Rennen. „Heute war der beste Tag von meinen Beinen. Heut hat’s richtig Spaß gemacht“. In seinem Urteil über die gesamte Trans Germany sagte er, dass er sich bei der Platzierung mehr erhofft habe, aber das Etappenrennen mehr als Vorbereitung für die Trans Alp sehen müsse.

Florian Graschberger – Platz 266 – Zeit: 3h 24min
Chris Weiner – Platz 274 – Zeit: 3h 24min
Florian Graschberger und Chris Weiner befanden sich im Fahrerfeld unter den ersten Hundert. Wegen eines Fehlers der Veranstalter, kamen sie und ca 300 weitere Teilnehmer von der Strecke ab und fuhren einen, nicht in der Route vorhergesehenen, Berg hoch. Nach 20min und kurz vor der Kuppe, an der das Ende des Anstieges zu sehen war, wurde den Fahrern mitgeteilt, dass sie umdrehen müssen. „Wenn du ganz oben bist und so gekämpft hast, dass du dich fast übergeben musst, weil du dachtest, es sei der letzte Berg des ganzen Rennens, dann ist das nicht gut“, ärgerte sich Chris.

Gisela Makowski – Platz 14 – 3h 12min
Gwenda Rüsing – Platz 17 – 3h 12min

Gisela Makowski und Gwenda Rüsing waren ebenfalls in der Teilnehmergruppe, die sich verfahren hatte. „ich möchte einmal bei einem Rennen mitfahren, bei dem ich keine technischen Defekte habe“. Makowski hatte zum wiederholten Mal mit einem platten Reifen zu kämpfen.
Bei Gwenda kam während der gesamten Trans Germany kein „Etappen-Rennen-Feeling“ auf. Ihrer Meinung nach waren zu viele Teilnehmer vor Ort.

Katja Holzer – Platz 24 – Zeit 3h 21min
Katja Holzer bevorzugt eher das schlechte Wetter. „Heute hat es sehr Spaß gemacht, aber die Sonne war viel zu stark“. Nichts desto trotz absolvierte sie die Trans Germany souverän zwischen dem 24. und 29.Platz. Kein Problem für Katja – sie ist Etappen-Rennen von den Trans-Alp Wettkämpfen gewohnt.

Patrick Kötschau – Platz 356 – Zeit: 3h 43min
Trans Germany – „würde ich immer wieder machen“. Dieser Satz bestätigt auch das fortwährende Lächeln in Patricks Gesicht während der gesamten Trans Germany.

Anja Knaub – Platz 64 – Zeit: 4h 00min
Anja Knaub spielte schon am zweiten Tag mit dem Gedanken aufzuhören, aber sie brachte die vier Etappen zu Ende. „Ich bin so froh, dass ich’s durchgezogen hab’.“ Vor allem der Zusammenhalt der Gruppe hat ihr die nötige Kraft gegeben. „Wenn ich nicht im Team gefahren wäre, dann hätte ich aufgegeben“.

Heike Warmuth – Platz 77 – Zeit: 4h 12min
Für Heike Warmuth war es das erste Etappen-Rennen. Auch sie war überglücklich die „Tortur“ durchgestanden zu haben.

Susan Beale – Platz 92 – Zeit 4h 24min
Auch für Susan Beale war die Trans Germany 2010 eine Premiere. Während der vier Tage ging sie nicht nur körperlich durch Höhen und Tiefen: „Manchmal dachte ich mir, ich komme einfach nicht vom Fleck und dann habe ich mir gesagt, dass es egal ist, wann ich im Ziel bin – Hauptsache ich komme an“. Und das ist sie sogar vier Mal. Völlig aufgelöst, aber auch glücklich beendete sie ihr erstes Etappen-Rennen.

Andreas Oppacher musste die vierte Etappe abbrechen. Nach 4 Kilometern stürzte er und spürte starke Schmerzen in seiner Schulter. Bei der ersten Verpflegungsstation beendete Andi das Rennen. Er war über das überraschende Ende zwar enttäuscht, schätzte die Situation aber vernünftig ein: „Ich find’s schon schade, aber es gibt Schlimmeres im Leben“.

Auch Bernhard Hoppe konnte die Trans Germany 2010 wegen einer Verletzung am Knie nicht beenden. Nachdem er am Vortag noch versuchte an den Start zu gehen, trat er am Samstagmorgen gleich von Beginn an dem Betreuer-Team bei.

Das viertägige Rennen war wieder einmal ein ereignisreiches Erlebnis. Berg auf und Berg ab – unaufhörliche Regenfälle und strahlender Sonnenschein – Magenprobleme und Muskelkater – Platte Reifen und Gerissene Ketten – Gefühlshochs und Motivationstiefs…

Die Fahrer des moooove – Racing Teams mussten in den vier Tagen so einiges durchmachen. Dennoch waren sie von Anfang bis zum bitteren Ende höchstmotiviert die Trans Germany 2010 durchzuziehen. „Es war schon saumäßig brutal!“ Zitat Anja. Ausruhen können sich die Teilnehmer vorerst aber noch nicht. Am Sonntag 06. Juni 2010, einen Tag nach dem Etappen-Rennen, steht der Tegernseer MTB-Marathon an. Da wird das moooove – Racing Team erneut in die Pedale treten und versuchen gute Platzierungen abzusahnen.

Philipp Pangerl hat auch schon klare Vorstellungen: „Ich will in die Top 10.“ Wohingegen Wolfgang Fink „einfach nur ins Ziel kommen“ will.
Offen bleibt, ob die Fahrerinnen und Fahrer nach vier Tagen Trans Germany in den Beinen in Tegernsee noch einmal Gas geben können.